Stalking / Nachstellung

Stalking / Nachstellung

Der Straftatbestand des Stalkings / Nachstellens wurde 2007 eingeführt (§ 238 StGB).

Bis zum Inkrafttreten dieser Regelung konnte sich der Täter zwar möglicherweise wegen Bedrohung, Körperverletzung, Beleidigung oder Hausfriedensbruch strafbar machen. Soweit jedoch diese Delikte nicht verwirklicht wurden, schied eine Strafbarkeit aus.

Durch den § 238 StGB wird der Täter bestraft, wenn er der betroffenen Person durch unbefugtes Nachstellen eine schwerwiegende Beeinträchtigung der Lebensgestaltung zufügt. Was unter Nachstellen zu verstehen ist, wird im Gesetz aufgeführt, bzw. beispielhaft erwähnt:

  • das Suchen der räumlichen Nähe
  • Versuch des Kontakts unter Verwendung von Telekommunikationsmitteln (insbesondere SMS, E-Mail, WhatsApp) oder sonstigen Mitteln der Telekommunikation (z. B. Post)
  • Bedrohung
  • oder vergleichbare Handlungen

 

Häufig wird der Begriff „Stalking“ im Alltag falsch verwendet. Wenn sich z. B. jemand auf Facebook über eine andere Person informiert, stellt das natürlich kein Stalking dar, weil es nicht gegen den Willen der anderen Person geschieht, welche ihre Daten und Informationen bei Facebook freiwillig veröffentlicht.

Wenn jemand eine andere Person googelt, gilt das gleiche: Hier ist der Betroffene nicht persönlich betroffen und zudem geschieht die Informationsgewinnung nicht unbefugt.

Für die Verwirklichung des Tatbestandes ist weiterhin Voraussetzung, dass das Nachstellen „beharrlich“ geschieht. Durch einen einzigen Anruf / eine SMS o.ä. wird daher der Tatbestand nicht verwirklicht.

Der Bundesgerichtshof hat aktuell entschieden, dass „beharrlich“ nur dann gehandelt wird, wenn der Täter aus Missachtung des entgegenstehenden Willens oder aus Gleichgültigkeit gegenüber den Wünschen des Opfers mit der Absicht handelt, sich auch in Zukunft immer wieder entsprechend zu verhalten (BGH, 31.08.2016, 4 STr 197/16).

Zusammenfassend kann es daher zu einem Nachstellen / Stalken nur kommen, wenn

  • der Täter dem Betroffenen nachstellt (anruft, Mails schreibt, nachfährt, über WhatsApp anschreibt, o. Ä.)
  • das Nachstellen gegen den Willen des Betroffenen geschieht
  • der Täter beharrlich handelt (siehe oben)

Wird gegen Sie ermittelt ? Rufen Sie uns an – beim Stalking droht ein ganzer Rattenschwanz von Vorwürfen (Strafanzeige und Strafverfahren, Antrag nach dem Gewaltschutzgesetz, Unterlassungsforderungen etc.)

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