Eindringen in Kellerräume ist kein Wohnungseinbruchsdiebstahl

Der Wohnungseinbruchsdiebstahl (§ 244 Abs. 1 Nr. 3 StGB) gehört zu den häufigeren Delikten im Bereich der Vermögensstraftaten. Bereits bei dem erfolglosen Versuch, in eine Wohnung einzusteigen, liegt ein Versuch vor, der mit Freiheitsstrafe von 6 Monaten bis zu 10 Jahren bestraft werden kann.

Kein Wohnungseinbruch liegt jedoch vor, wenn der Täter lediglich in die Kellerräume eindringt.

In einem aktuellen Urteil hat der BGH festgestellt, dass beim Eindringen in Kellerräume nur dann ein Wohnungseinbruchsdiebstahl vorliegt, wenn diese Kellerräume mit dem Wohnbereich unmittelbar verbunden sind (BGH 08.06.2016, 4 StR 112/16). Dies sei beim Keller eines Einfamilienhauses häufig der Fall, nicht jedoch bei Mehrfamilienhäusern, wo der Wohnbereich von den Kellerräumen klar getrennt ist.

Fazit: Der BGH differenziert danach, ob der Täter in Räume eindringt, die zum Wohnbereich gehören. Entscheidend ist also nicht, ob der Täter in das Haus eindringt. Vielmehr muss der Wohnbereich der Opfer betroffen sein, damit ein Wohnungseinbruch vorliegt.

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