Lange Verfahrensdauer = Strafmilderungsgrund

Falls in einem Strafverfahren die Verurteilung des Mandanten unausweichlich ist, muss der Verteidiger im Plädoyer unter der Überschrift „Strafzumessung“ die Punkte darstellen, die für den Mandanten sprechen und Argument für eine milde Strafe sind.

Zu diesen Punkten kann eine Untersuchungshaft gehören, die der Mandant erlitten hat.

Auch eine lange Verfahrensdauer an sich – ohne U-Haft – ist zu Gunsten des Mandanten zu berücksichtigen (BGH, 09.06.2017, 1 StR 45/17).

Der Bundesgerichtshof hat in der aktuellen Entscheidung ausgeführt, dass nicht nur die Zeitspanne zwischen Tat und Verurteilung einen Strafmilderungsgrund darstellt, sondern auch die überdurchschnittliche Verfahrensdauer an sich (Hier: 5 Jahre).

Fazit: In derartigen Verfahren muss herausgearbeitet werden, inwieweit die Verfahrensdauer für den Mandanten mit besonderen Belastungen verbunden ist. So lassen sich Punkte für den Mandanten gewinnen.

Bei weiteren Fragen: Strafverteidiger Löwenberg anrufen.

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